jedes jahr am 5. jänner treffen wir uns um ca. 15 uhr zum traditionellen glöckler lauf.
ziehen unsere weißen gewänder an und hängen uns große kuhglocken auf den gürtel. mit glocken geläut und beleuchteten kappen auf dem kopf laufen wir im gänsemarsch in unserm ort von haus zu haus um für glück und segen für das kommende jahr zu wünschen…
jeder ort hat seine eigene glöckler gruppe die auch pass genannt wird. so laufen wir durch unseren ort zu verschiedenen stationen und treffen dann ca. um 19:30 uhr in schörfling ein. auch die anderen gruppen der umliegenden ortschaften treffen dort ein, damit auch die touristen der region das schauspiel bewundern können.

es gibt eine handschriftliche chronik aus gmunden vom jahre 1873 die über diesen sog. kappenbrauchtum, berichtet. sie zählen zu den schönperchten, der vorläufer oder spion trägt als einziger keine kappe, nur einen stock mit einem stoffsäcklein vorndrauf, damit die leute spenden reinwerfen können.
glöckeln (von anklocken, anglocken = anklopfen)
manche deuten das stampfen und läuten der glöckler als überlieferten agrarischen kult, um das unter eis und schnee begrabene korn zum keimen zu erwecken.
auf diese weise will man die dämonen des todes vertreiben und finsternis und kälte durch licht und wärme besiegen. damit gehört das glöcklerlaufen zu den uralten beschwörungsformen des winterfestkreises die die natur beeinflussen sollen. die ausübung dieses ursprünglich heidnischen brauches wurde von kaiser ferdinand iii. mit drei jahren gefängnis geahndet. die lauffiguren von achtern und schleifen dienten innerhalb solcher sinninhalte als magische symbole für fruchtbarkeit und kindersegen.

verfolgt man die acht etwas genauer,
so finden wir im tarot gleich auf der ersten karte
den magier mit
dem hut in der form einer liegenden acht, dies ist genau die form die beim glöcklerlauf gelaufen wird, der erste der 22 buchstaben der
kabbala ist aleph
(tarotkarte = magier wertigkeit = mutter) ergo wir laufen eine 8 auf unserer
erdenmutter um ihre kinder
(keimlinge und fruchtbarkeit/kindersegen) zu wecken.



einlauf in schörfling

Posted on November 15th, 2009 von admin
Filed under: Volksglaube


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