das auserwählte familienmitglied meist der vater oder grossmutter scharrte aus dem ofen glut in eine alte pfanne oder räucherpfanne, und der eingestreute weihrauch verbreitete den unvergleichlichen weihnachtsduft. die männer hielten ihre hüte und die frauen ihre kopftücher über die rauchende glut und setzten sie kurz auf. der pfannenträger ging dann mit der pfanne durch das haus und stall, die anwesenden personen beginnen zu beten. es gab auch eine heilige nacht kerze die brannte bis zum morgen und durfte nicht ausgelöscht werden, sie war das symbol der geburt christi.
30 x wiederholte die vorbetende grossmutter das heilig, heilig, heilig ist der herr gott sabaoth himmel und erde sind seiner herrlichkeit voll. die anderen wiederholten dann ehre sei dem vater und dem sohn und dem heiligen geist, wie es war am anfang so auch jetzt und alle zeit und in ewigkeit amen. das war der rauch-rosenkranz.
quelle: theresia oblaser, eine bergbauernkindheit
die rauhnächte-räucherungen stellen den kontakt zur anderswelt her. sie verbessern die hygienischen verhätnisse in haus und hof, sie verhindern die ausbreitung von ansteckenden krankheiten, sie erzeugen ein rituelles heiligendes gefühl.
eine andere mischung für die räucherung der weihnachtszeit (jul):
julräucherung
man nehme gleiche teile von:
kiefernharz (pinus spp.)
wacholderbeeren (juniperus communis)
lebensbaumzweige (thuja orientalis l.)
quelle: rätsch
das deutsche wort weihrauch bedeutet rauch zum weihen oder rauch, der geweiht ist. der echte weihrauch ist gewöhnlich das olibanum (das harz von boswellia spp.) das bedeutendste räucherharz des altertums. im deutschen heisst das fichtenharz (burgunderharz) volkstümlich wilder weihrauch.
Posted on Oktober 26th, 2009 von admin
Filed under: Volksglaube


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