Mythen, Kräuterwissen und Volksbrauchtum im Alpenraum

Mistel (viscum album)

um die weihnachtszeit, julfest hängens wieder die mistelzweige bei den häuser und im stall vieler leute, um mensch und vieh vor hexen und bösen geistern zu bewahren.

gewitter sollen nie in einen baum einschlagen, auf dem die mistel wächst, denn diese bieten ihm schutz.
mistel können auch als wünschelrute verwendet werden.
in silber eingefaßt und am hals getragen helfen sie gegen die fallsucht und aller arten der behexung.
sie vertreibt auch den nachtmar, denn man glaubte, das die mistel nur auf ästen wächst, auf denen der nachtmar geritten ist.

sie wird auch donnerbesen, hexenbesen, baumkraut, aufholder, kenster, marentaken genannt und heiligen kreuzholz (lignum sancti crucis) man hat auch früher geschnittene kreuzchen aus mistelholz wie amulette gegen zauber in die kleider genäht, es gab auch pater noster rosenkränze aus mistelbeeren, die in silber gefaßt waren. es wurden auch kindern amulette mit einem dreimal geweihten mistelblatt umgehängt, um sie vor beschreiung und dem bösen blick zu schützen, es mußte sechsmal an jedem neumond erneuert werden, auf der türschwelle genagelt, verhindert das eintreten der trud. ein heimlich ins schlafzimmer gebrachter mistelzweig verhilft den eheleuten zum lang erwarteten kindersegen.

germanische sage:

hier wird die mistel zum winterreis, welches brunhilde und die ganze natur in todesschlaf versenkt, bis siegfried als symbol der frühlingssonne, den eispanzer zerschneidet und sie wach küßt.

dieser kampf des sommers mit dem winter findet auch in der baldursage oder baldersage ihren niederschlag, in der der blinde wintergott hödur mit einem mistelzweig den lichten sonnengott baldur niederstreckt. eines tages wurde balder von schweren träumen gequält, die von den göttern als vorzeichen für ein baldiges ende von balders leben gedeutet wurde. seine mutter freia oder frigg fuhr daraufhin durch alle welten, damit feuer und wasser, eisen und jederlei metall, steine, die erde, die bäume, die krankheiten, die vierfüßler, die vögel, die giftschlangen eide schwören sollten, niemals balder etwas zu leide zu tun. von allen wesen und dingen hatte frigg den eid abgenommen, baldur nicht zu verletzen.
nur die mistel die östlich von walhalla versteckt unter laub auf einem baume wuchs, war von ihr übersehen worden. loki, eine zwielichtige göttergestalt, eine art trickster, und vater der feinde der götter, erweist sich den asen und wanen mal nützlich, mal schädlich, entlockte der göttermutter dieses geheimnis, holte einen zweig der mistel und ging zum thing. ausserhalb der balder umringenden männerschar stand höd, dieser war nämlich blind. da sagte loki zu ihm: warum schießt du nicht auf balder? er antwortete: weil ich nicht sehe, wo balder ist, und dan auch, weil ich waffenlos bin. da sagte loki: tu doch wie die andern und erweise balder ehre wie die andern! ich werde dir zeigen, wo er steht. schieße auf ihn mit diesem stock! höd nahm den mistelzweig und zielte damit auf balder nach lokis anweisung. das geschoss durchdrang balder, und er fiel tot zur erde
(edda)

nach dem zeugnis römischer schriftsteller kannten die druiden nichts heiligeres als die mistel und den baum, auf welchem sie wuchs.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

die mistel wächst an stellen mit erhöhter bodenstrahlung, weil sie gegen strahlen gefeit ist. Sie enthält also einen schutzstoff gegen diese gesundheitsschädlichen strahlen. daher schirmt sie diese nicht nur ab, sondern sie beseitigt auch die gesundheitsstörenden einwirkungen der erdstrahlen. (fischer, hanns,1936)

yr, die 16. rune, mit den bedeutungen “eibe” und “bogen”, also “eibenbogen”. der bogen ist auch ein symbol des dunkelgottes hödr(”streit”) - des mistelzeig schützen, der balder mit dem mistelzweig tötete.
eibenrune, die rune des eibenbaumes. mit der eisrune zusammengefallen, die eisrune taucht auf beschw�rungen gegen krankheit auf (kupferamulette).
rätsch, der heilige hain.

das wort mistel ist vermutlich mit mist verwandt, denn die samen werden durch vogelkot verbreitet. daher heißt sie auch krähennest oder krähenfuß.

wenn die mistel an der eiche, dem götterbaum des donar, wächst heißt sie donarbesen oder thunderbosam, der “besen des donnergottes” (dieser name wurde später zu hexenbesen christianisiert).
rätsch

 

 

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