zu beginn eines jeden rituals gehört das räuchern…. um mein räucherwerk wieder zu füllen war ich am sonntag unterwegs um einen zunderschwamm für das räuchern zu suchen, obwohl es nicht gerade mein lieblingsräucherwerk ist, (denn die imker verwenden ihn auch um die bienen ruhig zu stellen, da er gewaltig raucht),
der zunderschwamm heißt im volksmund auch osterschwamm, denn er wird am karsamstag, also zu ostern, dem alten frühlingsfest, ins osterfeuer gelegt.
alle zunderschwämme gedeihen an den göttlichen bäumen, an birken, buchen, tannen, lärchen, eichen. deshalb heißen sie im volksmund baumstühlchen, weitere namen sind glimmschwamm, zunderpilz, zunderhuf oder zunderkugel.
die meisten zunderschwämme finde ich auf abgestorbenen buchen, zuerst wird der buchenbaumgeist befragt oder informiert, dass ich einen zunder mir hole, mit einem kräftigen schlag eines stockes wird der schwamm vom stamm geschlagen, zu hause wird der schwamm für einige tage im wasser eingeweicht. dann wird die harte huthaut und die röhrenschicht mit einem messer entfernt.
genutzt wird nämlich die weiche innenmasse (trama). diese wird nach dem herausschälen ordentlich getrocknet. der fertige zunder fühlt sich etwa wie leder an, der zunder glüht wie man es von tabak her kennt, darauf wird dann das räucherwerk gelegt (beifuss, wacholder je nach ritual).
die befragte buche wird hier zum götterbaum, der baum ist das zentrum der welt, die wurzel ist mit der unterwelt verbunden und dessen wipfel enden im reich der götter.
verbindet sich der schamane mit dem baum, so befördert er die seele wie in einem fahrstuhl von einer welt in die andere (götterwelt).



Posted on Oktober 22nd, 2009 von admin
Filed under: Heilpflanzen


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